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Editorial in der Zeitschrift für Gruppendynamik und Organisationsberatung zur Serie "Respect: Perspectives on the phenomenn in organizations and society"

 

In letzter Zeit findet der Begriff ‚Respekt‘ vermehrt Beachtung. Er taucht im zwischenmenschlichen Bereich auf, in der Arbeitswelt und in der Kommunikation zwischen Religionen und Kulturen. Dabei wird zunehmend die Forderung nach Toleranz durch die Forderung nach Respekt ersetzt. – Eine sozialwissenschaftliche Klärung des Konzepts muss sowohl theoretisch begrifflich als auch empirisch belegend vorgenommen werden.
Wir haben uns daher entschlossen, Beiträge der weltweit führenden ForscherInnen zu dieser Thematik einzuholen und als internationale Serie zu „Respect: Perspectives on the

phenomenon in Organizations and Society“ verteilt über die nächsten Hefte der Zeitschrift zu präsentieren.
Wir beginnen mit einem Artikel der die Unterscheidung zwischen Toleranz, Akzeptanz und Respekt in der Form der Achtung (Recognition Respect) und Bewertung (Appraisal Respect) behandelt (Quaquebeke, Henrich & Eckloff, Hamburg und Frankfurt). In Vertiefung dieser Begriffsbildung wird eine Einbettung in die philosophischen Ursprünge vorgenommen. Der Komplexität des Begriffs werden wir am besten gerecht, in dem wir ihn stets in seinem spezifischen Kontext zur verstehen versuchen (Dillon, Lehigh).
In den Beiträgen der nächsten Hefte geht es dann u.a. um die konkrete Auswirkung, die eine mehr oder weniger respektvolle Behandlung auf Personen hat. Hier wird der Zusammenhang

zwischen Respekt, Macht und Gleichheit auf gruppendienliches Verhalten analysiert (Simon, Kiel). Ergänzt wird diese Arbeit durch Forschungen zur Auswirkung von respektvollem und respektlosem Umgang auf die Motive von Gruppenmitgliedern, sich für eine Gruppe einzusetzen (Sleebos, Ellemers & de Gilde, Amsterdam und Leiden).
Ebenfalls wird die individuelle Motivation für Respekt untersucht. Dabei wird deutlich, dass das Erleben des eigenen respektvollen Verhaltens wesentlich dazu beiträgt, dass man sich selbst als moralisch wertvoll empfindet (de Cremer & Mulder, Harvard und Tilburg). In einem weiteren Beitrag wird das Konzept des uneingeschränkten Respekts vor anderen Personen diskutiert und in Verbindung zu gesellschaftlichen Entwicklungen und etablierten psychologischen Konstrukten gebracht (Lalljee, Laham & Tam,

Oxford).
Wir hoffen, dass es uns gelingen wird, mit dieser Synopse konzeptioneller und empirischer Arbeiten die LeserInnen der Zeitschrift „Gruppendynamik und Organisationsberatung“ für diese Thematik zu interessieren, und auch dazu beizutragen, dass dieses Phänomen nun auch in der internationalen Fachwelt in der ihm gebührenden Komplexität diskutiert wird.


Erich H. Witte und Niels van Quaquebeke

 

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J3S GmbH Software, Softwareentwicklung Hamburg, Sven Sass